Die
Indianistik ist bis zum heutigen Tage eine unbekannte Größe und nur einigen Tausend Insidern bekannt. Dennoch habe ich die Vision, daß sie morgen durchaus Allgemeingut ist.
Mit dieser Seite wird jemand gesucht, der das Gedankengut von opportunen Außenseitern
publiziert. Mir ist unbegreiflich, warum nur überspannte Punker, rückfällige Neonazis
und frauenfeindliche Machos die Schlagzeilen beherrschen. Aufsehenerregende, abenteuerhungrige
Indianisten sind genauso interessant.
Um heutzutage im "Land der Dichter und Denker" ein Buch zu veröffentlichen,
genügt es nicht, ein originelles Manuskript zu haben. Allein jene Autoren haben einen Vorteil,
die über das nötige Kapital verfügen. Wer es nicht hat, muß andere Möglichkeiten nutzen.
Dadurch, daß ich seit Jahren ähnlich wie ein Indianer lebe, fehlen mir die finanziellen Mittel, die Aufzeichnungen von mehr als dreißig Jahren Indianerzeit zu veröffentlichen.
Auch der seit Jahren rückläufige Absatz von Büchern gibt neuen Autoren nur gelegentlich die Chance, einen guten und gegenüber neuen Themen aufgeschlossenen Verlag und Verleger zu finden. Doch zum Glück gibt es das Internet. Hier kann sich jeder austoben, der der Ansicht ist, etwas erzählen zu können. Jeder bekommt die Chance, seine ureigenen Gedanken der Öffentlichkeit mitzuteilen.
Ich habe 36 Kapitel von über 600 ausgewählt, die Ausschnitte aus mehreren Indianerleben reflektieren. Sie beschreiben was einige autonome "Kinder dieser Gesellschaft" denken und tun.
Die Publikation von Literatur im Internet hat sicher kaum Einfluß auf die allgemeine Situation des Literaturmarktes, auf dem die altbewährten Strategien immer seltener funktionieren. Zudem können Leser nur durch ein breites und nichtalltägliches Angebot angesprochen werden. Der Bereich Indianistik wurde bisher vernachlässigt.
Gleichwohl muß ich bekennen, auch "richtige deutsche Indianer" sind vielfach Naturmenschen. Schreibtischarbeit und Vermarktung sind ihnen zumeist fremd, denn eine gekünstelte Literatur und ausgeklügelte Marktstrategien sind nicht Sache alter Plainsindianerkultur.
Unzählige Schreiben an sparsame Verlage, die knallhart kalkulieren müssen, sind nur selten erfolgreich. Sie erzeugen unsinnige Mehrkosten und enttäuschte Erwartungen. Da ich davon weiß, möchte ich darauf verzichten. Meine Manuskripte sind vor allem keine Trendliteratur. Ich versuche, einen wilden Pfad auf selbst gefertigten Moccasins zu begehen.
Bei all den kritischen Gedanken habe ich am Ende die Hoffnung, daß sich ein Verleger findet, der die ausgewählten Kapitel, die ich in die Welt stelle, für Literatur hält. Sollte sich also eine kulturelle Einrichtung oder eine Privatperson aufstöbern lassen, die Geld für die Veröffentlichung meiner Manuskripte hat, so bitte ich, sich mit mir in Verbindung zu setzen.
Allen Skeptikern möchte ich sagen: "Ich realisiere was ich geträumt habe."
Lieber Verleger: Vielleicht liegt eine Rabenfeder auch auf Ihrem Weg. Bitte heben Sie diese auf. Sie bringt sicher Glück.
